Ratgeber

Kaufnebenkosten in Leverkusen: Womit Käufer zusätzlich rechnen müssen

Wer eine Immobilie für 350.000 Euro kauft, zahlt am Ende eher 390.000 Euro. Die Differenz sind Steuern und Gebühren, die in NRW besonders hoch ausfallen.

Geschrieben von Patrick Stark und Julian Hoffmann, Geschäftsführer der Stark & Hoffmann Immobilien GmbH · Stand 14. September 2026

Größter Posten: die Grunderwerbsteuer

In Nordrhein-Westfalen gilt seit dem 1. Januar 2015 ein Steuersatz von 6,5 Prozent auf den Kaufpreis. Die Länder bestimmen ihren Satz seit dem 1. September 2006 selbst; bundesweit reicht die Spanne von 3,5 Prozent in Bayern bis 6,5 Prozent in vier Ländern, darunter NRW. Es zählt der Ort der Immobilie, nicht der Wohnsitz des Käufers.

Notar und Grundbuch

Der Notar ist beim Immobilienkauf Pflicht. Was er berechnet, steht im GNotKG: nach Tabelle B aus dem Kaufpreis eine 2,0-Gebühr für die Beurkundung und je eine 0,5-Gebühr für Vollzug und Betreuung, bei Finanzierung zusätzlich eine 1,0-Gebühr aus dem Betrag der Grundschuld. Einschließlich Umsatzsteuer landet man meist bei 0,6 bis 1 Prozent des Kaufpreises.

Hinzu kommt das Grundbuchamt. Es erhebt eine 1,0-Gebühr für die Umschreibung auf den neuen Eigentümer, eine 0,5-Gebühr für die Vormerkung und, falls finanziert wird, eine 1,0-Gebühr für die Grundschuld – zusammen etwa 0,3 bis 0,5 Prozent. Die Grundschuld allein schlägt mit rund 0,2 Prozent ihres Betrags zu Buche.

Maklerprovision

Bei Wohnungen und Einfamilienhäusern zahlt ein privater Käufer nicht mehr als der Verkäufer. Üblich sind 3,57 Prozent je Seite inklusive Umsatzsteuer. Bei provisionsfreien Angeboten entfällt der Käuferanteil.

Beispiel: 350.000 Euro Kaufpreis

AnteilEuro
Grunderwerbsteuer6,5 %22.750
Notar, mit 280.000 € Grundschuld und Umsatzsteuerrund 0,9 %rund 3.140
Grundbuchamtrund 0,47 %rund 1.640
Makler, Käuferanteil3,57 %12.495
Summe Nebenkostenrund 11,4 %rund 40.025
Kaufpreis plus Nebenkostenrund 390.025

Worauf Banken achten

Kredite decken meist nur den Kaufpreis. Die Nebenkosten von rund 40.000 Euro zahlen Käufer daher in aller Regel selbst. Erwartet die Bank 20 bis 30 Prozent Eigenkapital inklusive Nebenkosten, bedeutet das bei rund 390.000 Euro Gesamtaufwand etwa 78.000 bis 117.000 Euro eigene Mittel.

Möglichkeiten zum Sparen

  1. Inventar gesondert ausweisen – realistisch bewertet.
  2. Provisionsfreie Angebote bevorzugen.
  3. Beim KfW-Wohneigentumsprogramm (124) nachfragen: Es finanziert beim Kauf auch Nebenkosten wie Notar und Grunderwerbsteuer.
  4. Beim Notar gibt es nichts zu verhandeln: Die Gebühren sind gesetzlich festgelegt.

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Allgemeine Information, keine Rechts-, Steuer- oder Finanzberatung im Einzelfall.

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